RICHTLINIEN FÜR DIE FACHGERECHTE VERLEGUNG VON SCHALLSCHUTZSYSTEMEN
04 05 2026

RICHTLINIEN FÜR DIE FACHGERECHTE VERLEGUNG VON SCHALLSCHUTZSYSTEMEN

Verlegehinweise und kritische Punkte, damit die in der Planung berechnete akustische Leistung auch am Bau erreicht wird: Trittschalldämmung von Decken und Luftschalldämmung von Wänden mit Vorsatzschale.

Emanuele Stabellini – Marketingleiter, Edilteco S.p.A.

Trittschalldämmung (horizontale Bauteile)

Damit die in der Planung berechnete Leistung auch am Bau erreicht wird, ist die einwandfreie Funktion der elastischen Dämmschicht (dBred F, Fonotech usw.) entscheidend: Die folgenden Hinweise sind daher gewissenhaft und vollständig zu beachten.

  1. Die Rohdecke muss unbeschädigt und frei von sichtbar gebrochenen Deckenhohlkörpern oder Steinen sein, da diese die Kontinuität der flächenbezogenen Masse des Bauteils beeinträchtigen können. Etwaige Ausbesserungen an den Steinen dürfen ausschließlich mit Zementmörtel als Füllmaterial ausgeführt werden.
  2. Die Ausgleichsschicht über den Leitungen (und in jedem Fall die Verlegefläche der elastischen Trittschalldämmschicht) muss sauber und frei von Mulden oder Erhebungen sein. Außerdem muss sie formbeständig sein, um Setzungen zu vermeiden, die die Funktion der Dämmschicht beeinträchtigen würden: Zellmörtel oder überwiegend zellige Mörtel sind daher zu vermeiden. Unterböden aus Politerm® und Isolcap® gewährleisten Formbeständigkeit.
  3. Die angrenzenden Wände müssen durch L-förmige Randdämmstreifen wie dBred F5 vollständig vom Estrich getrennt werden. Die Randdämmstreifen müssen auch an den inneren und äußeren Türschwellen verlegt werden. Schon eine minimale Unterbrechung oder Lücke in der Randtrennung zwischen Wand und Estrich kann die Messergebnisse am Bau um 7–10 dB verschlechtern.
  4. Das elastische Material wird mit gestoßenen Bahnen verlegt, ohne Überlappung (zum Zuschneiden ein Cuttermesser mit sehr scharfer Klinge oder die dBred-Schere verwenden). Die Stöße zwischen den Bahnen mit R-Stick oder einem anderen geeigneten Klebeband abkleben, damit die Dämmbahn nicht seitlich verrutscht und/oder beim Einbau des Estrichs kein Zementmörtel eindringt.
  5. Die so vorbereitete Fläche ist bereit für die Systemplatte einer herkömmlichen Fußbodenheizung oder direkt für die Rohre, die mit geeigneten Halteklammern am Untergrund befestigt werden.
  6. Bei elastischen Dämmstoffen auf Gummibasis (oder anderweitig porösen Materialien) ist es zwingend erforderlich, auf der Oberseite eine Polyethylenfolie als Trennlage zwischen Dämmschicht und darüberliegendem Estrich auszulegen. Diese Lage schützt die Dämmschicht auch vor Alkalien und anderen Stoffen aus dem Mörtel und verhindert das Eindringen von Mörtel oder Zementschlämme.
  7. Nach dem Einbau des Estrichs den überstehenden Teil des Randdämmstreifens auf keinen Fall abschneiden: Der Streifen muss das Mauerwerk auch bei der anschließenden Verlegung des Bodenbelags, der Kleber und der Fugen der Keramikfliesen vor starren Kontakten schützen.
  8. Den Oberbelag verlegen.
  9. Den Bodenbelag verspachteln und/oder verfugen.
  10. Erst jetzt den überstehenden Teil des Randdämmstreifens bündig mit dem Fertigfußboden abschneiden.
  11. Die Sockelleisten anbringen und dabei unbedingt darauf achten, dass sie vollständig vom Bodenbelag getrennt bleiben und nur an der Wand verklebt werden. Die anschließende Abdichtung der Fuge zwischen Sockelleiste und Bodenbelag ist mit Polyurethan-Dichtstoffen oder speziellen Profilen mit elastischer Fuge auszuführen.

Achtung: In der Fuge zwischen Sockelleiste und Oberbelag dürfen sich weder Zementmörtel noch Kleber oder Fugenmasse befinden.

Klebeband R-Stick zum Verbinden der Bahnen

Klebeband R-Stick zum Verbinden der Bahnen

L-förmiger Randdämmstreifen zur Trennung von Estrich und Wand

L-förmiger Randdämmstreifen zur Trennung von Estrich und Wand

Luftschalldämmung (Wände mit Vorsatzschale)

Auch hier ist die einwandfreie Funktion der Schalldämmschicht (dBred W usw.) entscheidend, damit die in der Planung berechnete Leistung am Bau erreicht wird: Die folgenden Hinweise sind daher gewissenhaft und vollständig zu beachten.

  1. Das Mauerwerk muss mit speziellen Streifen wie dBred F5 oder dBred F, deren Dichte auf das Gewicht des Mauerwerks abgestimmt ist, von den Decken entkoppelt werden. Die Streifen müssen breiter sein als der verwendete Stein einschließlich des späteren Putzes. Zudem sind Mörtelbrücken aus Lagerfugenmörtel zu vermeiden, die über die Dicke des Streifens hinausragen und die Decke berühren.
  2. Trennwände zwischen Wohneinheiten sollten unter einem Stahlbetonunterzug errichtet werden oder zumindest in derselben Richtung verlaufen wie die Tragrichtung der darüberliegenden Decke. Andernfalls müssen die Reihen der Deckenhohlkörper unterbrochen werden, um die Luftschallübertragung über die darüberliegende Decke zu vermeiden: Dazu wird der an die Wand grenzende Teil des Hohlkörpers entfernt und der Hohlraum mit Zementmörtel verfüllt. Da diese Arbeit aufwendig und schwierig ist, empfiehlt sich eine sorgfältige vorausschauende Planung der Deckenausrichtung, die die Anforderungen an den Schallschutz zwischen Wohneinheiten berücksichtigt.
  3. Bei Stahlbetonstützen muss die Kontaktstelle zum Mauerwerk mit Streifen wie dBred F5 oder dBred F entkoppelt werden, die vorher auf die Stütze geklebt werden.
  4. Die Steine müssen sowohl horizontal als auch vertikal mit durchgehenden („geschlossenen“) Fugen vermauert werden, außer bei Steinen mit Nut-und-Feder-System. Empfohlen wird in jedem Fall ein zementgebundener Spritzbewurf auf der gesamten Wandfläche, die das Schalldämmmaterial aufnimmt; er wird zwingend erforderlich, wenn die Wand offene Fugen aufweist.
  5. Das Schalldämmmaterial (verklebt oder mit WDVS-Kunststoffdübeln befestigt) muss die gesamte zu dämmende Fläche bedecken. Die Platten müssen dicht gestoßen sein; ist dies nicht vollständig der Fall, die Fuge vollständig mit Silikondichtstoff ausfüllen.
  6. Zum Zuschneiden ein Cuttermesser mit gut geschärfter Klinge verwenden und vollkommen gerade Schnitte ausführen, damit die Platten dicht gestoßen werden können.
  7. Die Vorsatzschale muss direkt am Schalldämmmaterial anliegend ausgeführt werden, ohne Luftzwischenraum.
  8. Installationen in Wohnungstrennwänden dürfen keine Dosen und/oder Abzweigungen in symmetrischer Lage (einander gegenüber auf beiden Seiten der Wand) aufweisen, um starke örtliche Masseverluste zu vermeiden.

Bitte beachten

Die Wahl des Dämmmaterials muss zwingend nach den spezifischen Gegebenheiten der Baustelle und der Nutzung des betreffenden Gebäudes erfolgen und setzt eine vorherige planerische Festlegung voraus.

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